Was ist Homocystein?

Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure. Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine zusammengesetzt sind. Homocystein kommt üblicherweise im menschlichen Blut in kleiner oder großer Konzentration vor und entsteht beim Stoffwechsel als Metabolit der Aminosäure Methionin.

Die so genannte Methylierung ist einer der fundamentalen Lebensprozesse, bei dem bestimmte Methylgruppen von anderen Molekülen weggenommen oder ihnen hinzugefügt werden. Auf diese Weise bildet der Körper die Substanzen, die er braucht, oder er zersetzt diejenigen, die er nicht benötigt. Kurz gesagt, er transformiert biochemische Substanzen. Der Vorgang der Methylierung findet in jeder Sekunde in unserem Körper milliardenfach statt.

Ein gesunder Organismus wandelt Homocystein mit Hilfe einer Methylgruppe wieder zu Methionin zurück. In weiteren Schritten entsteht daraus entweder S-Adenosyl-Methionin, kurz SAMe genannt, oder über die Zwischensubstanz Cystein mit Hilfe eines weiteren Enzyms der Radikalfänger Glutathion.

Für diese Stoffwechselvorgänge der Methylierung benötigt der Organismus drei Substanzen als Coenzyme: Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure. Werden sie nicht in ausreichender Menge aufgenommen, stehen sie dem Stoffwechsel nicht zur Verfügung.

Folat, Vitamin B6 und Vitamin B12 tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.

Die Bedeutung des Homocysteins wurde Ende der 1960er Jahre von Dr. Kilmer McCully beschrieben, der den Stoffwechsel dieser Aminosäure untersuchte. Seither ist Homocystein Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Forschung.